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DIE DOMESTIZIERTE KATZE IST EIN WIDERSPRUCH IN SICH. Kein anderes Tier hat eine so enge Beziehung zum Menschen entwickelt und sich gleichzeitig so viel Unabhängigkeit und Bewegungsfreiheit bewahrt. Der Hund mag der beste Freund des Menschen sein, aber nur selten erlaubt man ihm, frei und nach eigenem Willen durch Garten und Straßen zu laufen. Der gehorsame Hund muss sich spazieren führen lassen, die eigensinnige Katze aber streift frei umher. Katzen führen ein Doppelleben. Zu Hause bleiben sie immer Katzenkinder, die zu ihrem Besitzer aufsehen. Draußen, auf der Pirsch, ist die Katze völlig erwachsen, ihr eigener Herr, ein freies, wildes Tier, wachsam und nicht auf fremde Hilfe angewiesen. Ihren menschlichen Besitzer vergisst sie dabei vorübergehend vollkommen. Es ist faszinierend, diese blitzschnelle Verwandlung vom zahmen zum wilden Tier und zurück zu erleben. Jeder Katzenhalter wird wissen, was ich meine, wenn er jemals zufällig seinem Haustier im Freien begegnet ist, als es völlig vertieft war in eines jener Katzendramen voll Sex und Gewalttätigkeit. Das Tier mag völlig aufgehen in seinem intensiven Werben oder im Kampf um die Rangordnung, bis es aus dem Augenwinkel seinen menschlichen Besitzer entdeckt. Einen zwiespältigen Augenblick lang ist die Katze hin und her gerissen; ein Zögern- dann läuft sie herbei, reibt sich am Bein des Besitzers und wird wieder zum Hauskätzchen. Dass die Katze zahm bleibt, ist ein Ergebnis dessen, wie sie aufwuchs. Meine liebe zu den Stubentigern wurde mir sprichwörtlich gesagt in die Wiege gelegt. Als ich Selbst eine Familie gründete, war für mich klar, dass mindestens eine Katze unser Heim schmücken wird. Im Laufe der Jahre hatten wir vier Freigänger. Mein Mann sowie meine beiden Söhne haben auch festgestellt, dass wir alle nicht ohne Katze können. Wir hatten mit allen unseren Katzenkindern sehr viel Freude aber auch sehr viel Leid erlebt. Es wurden zwei Katzen weggefangen eine wurde vergiftet und unser vierter Kater Jimmy wurde durch einen Marderkampf an der Nase so stark verletzt, dass wir ihn mit 18 Jahren Einschläfern mussten. Es ist selbstverständlich, dass man, wenn man ein Haustier hat nicht so einfach in den Urlaub Fahren kann. Es bedarf einer guten Organisation damit das Tier in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann. Jimmy war gerade 14 Jahre und wir planten einen Urlaub nach Frankreich. Wir hatten eine sehr schöne Unterbringung bei Madam Ruby. Eines Tages hatten wir unsere erste Begegnung im Hause Ruby mit jenem blauen Wunder. Wir hatten uns sofort in Pascal verliebt. Wir dachten es sei ein Britisch Kurzhaar Kater. Aber Madam Ruby erklärte uns es sei eine Chartreux, ein echter Kartäuser. Wir waren alle sehr neugierig mehr über diese liebenswerte, kluge und wunderschöne blaue Rasse zu erfahren, die uns mit ihren kupferfarbenen Augen in ihren Bann gezogen hat. Madam Ruby erzählte: Ab dem 16.Jahrhundert ist die Existenz „blauer“ Katzen in Frankreich dokumentiert. Die Bezeichnung Chartreux tauchte zum ersten Mal 1723 im „Dictionaire universel de Commerce“ auf.Die Schwestern Leger waren 1925 von der Schönheit dieser Rasse begeistert und züchteten verstärkt in mühevoller Selektionsarbeit die Rassemerkmale. Im Jahre 1933 erhielten sie den 1.Preis für ihre Katze „Mignonne de Guerveur“ bei der Ausstellung des Pariser Cat-Club. In den 60er Jahren versuchten einige Chartreux-Züchter durch Einkreuzen von blauen British-Kurzhaar-Katzen entgegenzuwirken. Der Charakter der Chartreux ist ruhig und umgänglich. Sie bewahrt sich eine gewisse Unabhängigkeit, das ihr ein gewisses „adliges“ Flair verleiht. Sie lässt sich gerne streicheln, lehnt es aber ab, körperlich bedrängt zu werden. Sieben Jahre später: Unser Jimmy ist gerade drei Jahre verstorben und unsere Söhne konnten es nicht mehr länger mit ansehen, wie wir ohne Katze litten. Sie erinnerten sich wieder an Kater Pascal und recherchierten im Internet. Sie kamen auf einen sehr seriösen Züchter: Familie Löbel. Dann ging alles sehr schnell und wir kamen in den Besitz von Kater Bennedikt, Sohn von Europa Champion Aramis. Wir nennen ihn liebevoll Lukas und er wurde sofort unser ein und alles. Ein Jahr später suchten wir eine Gefährtin für Lukas und wir stellten fest, dass in Deutschland diese blauen Katzen eine Rarität sind. Wir fanden wiederum einen sehr seriösen Züchter: Familie Wodan. Wir durften uns über ein Mädchen Namens Amira freuen. Amira hört bei uns auf den Namen Lisa. Wir und Lukas haben uns gleich in sie verliebt. Ich züchte Chartreux-Katzen im Rahmen einer kleinen liebevollen Hobbyzucht. Falls Sie Interesse an Nachwuchs haben, dann schauen Sie doch wieder einmal bei uns vorbei. Es grüßt Sie aus dem schönen Frankenland Jutta Steinacker |
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